Marktleben
Auch Käse hat eine Saison. Alpkäse wird während des Alpsommers hergestellt, kommt aber je nach gewünschter Reife erst Monate später auf den Tisch. Futter und Laktationsverlauf beeinflussen die Milch; Reife und Verfügbarkeit bestimmen das Angebot. Ein Käse, der gerade besonders gut ist, muss deshalb nicht frisch hergestellt sein. Frag nach dem Produktionsjahr und dem aktuellen Reifezustand.
Handwerk
Viele Käse kommen nach dem Formen und Pressen in ein Salzbad. Salz beeinflusst Geschmack, Wasserhaushalt und Rindenbildung. Andere Käse werden trocken gesalzen oder auf andere Weise mit Salz behandelt. Dauer und Konzentration werden auf die Sorte abgestimmt. Die Salzarbeit gehört damit zur Herstellung und nicht bloß zum abschließenden Würzen.
Genuss & Marktleben
Ein Brot von Kasses, Käse von kaes.at und etwas Süßes oder Feinsaures aus dem STAUD’S Pavillon: So lässt sich der Einkauf vor Ort zu einer Jause zusammenstellen. Wähle zwei oder drei unterschiedliche Käse statt zu vieler ähnlicher Sorten. Ein milder, ein würziger und ein cremiger Käse bringen Abwechslung auf das Brett. Wir beraten dich am Stand passend zu deinem Geschmack.
Käsewissen
Schafmilch kann zu frischen, weichen, blauen oder harten Käsen verarbeitet werden. Der Begriff Schafkäse allein beschreibt daher noch keine konkrete Textur. Pecorino ist ein bekanntes Beispiel für gereifte Varianten. Auch cremige Spezialitäten haben ihren Platz auf der Käseplatte. Wer nur Salzlakenkäse kennt, entdeckt hier eine deutlich größere Geschmackswelt.
Lagerung
Gewollter Edelschimmel und unerwarteter Schimmelbefall sind nicht dasselbe. Frischkäse sowie weiche Käse mit untypischem Schimmel sollten nicht durch Abschneiden vermeintlich gerettet werden. Bei unbekannten Belägen oder auffälligen Veränderungen frag nach; im Zweifel nicht essen. Eine Geruchsprobe kann eine sichere Beurteilung nicht ersetzen. Bekannte Kulturen einer Sorte sind etwas anderes als neu auftretender Verderb.
Schimmel in Lebensmitteln – BfR ↗
Genießen
Wie ein Käse schmilzt, hängt unter anderem von Wasser, Fett, Eiweißstruktur, Säure und Reife ab. Ein alter, sehr trockener Käse kann viel Aroma liefern, aber allein kein gleichmäßiges Fondue ergeben. Eine Mischung verbindet oft Geschmack und Konsistenz besser. Für Raclette, Fondue oder Sauce lohnt es sich daher, die Verwendung bereits beim Einkauf zu nennen.
Käsewissen & Gesundheit
Welchen Käse darf ich in der Schwangerschaft essen? Diese Frage gehört in die Beratung durch deine Ärztin oder deinen Arzt. Unser Glossar gibt allgemeine Orientierung, aber keine persönliche medizinische Freigabe für einen bestimmten Käse. Eine Listeriose kann in der Schwangerschaft auch das ungeborene Kind gefährden.
Im Allgemeinen wird Schwangeren empfohlen, Rohmilch und Rohmilchkäse zu meiden. Einzelne Empfehlungen unterscheiden nach Käseart und Reifung; daraus solltest du am Markt keine eigene Ausnahme ableiten. Kläre mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, welche Auswahl für dich geeignet ist.
Nur auf „Rohmilch oder pasteurisiert?“ zu schauen, greift jedoch zu kurz. Pasteurisierung tötet Listerien in der Milch ab. Ein Käse kann danach bei Herstellung, Pflege oder Verarbeitung erneut verunreinigt werden. Deshalb sind auch bestimmte Käse aus pasteurisierter Milch problematisch: Das BfR rät empfindlichen Personengruppen insbesondere von weichen Käsen mit Gelb- oder Rotschmiere ab. „Aus pasteurisierter Milch“ ist bei solchen Produkten keine pauschale Entwarnung.
Dass dies ein reales Risiko ist, zeigen dokumentierte Ausbrüche. Die US-Gesundheitsbehörde CDC beschreibt für 2021 einen Listeriose-Ausbruch mit 13 Erkrankungen und einem Todesfall, dessen wahrscheinliche Quelle Queso fresco aus pasteurisierter Milch war. Das war kein Rotschmierkäse. Der Fall belegt, dass auch pasteurisierte Ausgangsmilch eine spätere Verunreinigung nicht ausschließt. Er bedeutet nicht, dass pasteurisierter Käse generell genauso riskant ist wie Rohmilchkäse.
Gründliches Durcherhitzen kann Listerien abtöten. Ein Käsebrot im auf 200 °C vorgeheizten Backrohr kann dafür eine Möglichkeit sein – entscheidend ist aber die Temperatur im Lebensmittel, nicht die Einstellung am Ofen. Nach BfR-Empfehlung müssen an allen Stellen mindestens 70 °C für wenigstens zwei Minuten erreicht werden, auch in der kältesten Stelle des Käsebelags. Im Zweifel mit einem geeigneten Lebensmittelthermometer prüfen. Geschmolzener Käse oder eine gebräunte Oberfläche allein sind kein Nachweis; eine feste Backzeit lässt sich ohne Kenntnis von Belagdicke, Ausgangstemperatur und Ofen nicht seriös angeben.
Nach dem Erhitzen frisch verzehren und erneute Verunreinigung vermeiden. Zurückgerufene oder verdorbene Produkte nicht durch Überbacken „retten“. Besprich auch die Frage, ob und welche erhitzten Käsegerichte für dich infrage kommen, mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem Arzt. Bei Beschwerden nach dem Verzehr eines möglicherweise belasteten Lebensmittels in der Schwangerschaft zeitnah ärztlichen Rat einholen.
Käsesorten
Schwarzes Schaf ist eine Schafmilchspezialität der Familie Nuart aus Kärnten. Seine dunkle Oberfläche fällt sofort auf; im Inneren verändert sich der Käse mit der Reife von fester zu cremiger. Wer Schafkäse nur als weißen Salzlakenkäse kennt, kann damit eine andere Richtung entdecken. Frage nach der Reife der aktuellen Partie, besonders wenn du erst später davon essen möchtest.
Handwerk
Eine Sennerei verarbeitet Milch, häufig aus der näheren Umgebung, zu Käse und anderen Milchprodukten. Je nach Betrieb geschieht das ganzjährig im Tal oder saisonal auf einer Alpe. Der Senner oder die Sennerin steuert viele Schritte, die später den Charakter des Käses bestimmen. Ein Herkunftsname auf der Käsetafel wird durch den konkreten Betrieb erst richtig interessant.
Genießen
Sehr kalter Käse wirkt oft fester und aromatisch zurückhaltender. Nimm deshalb nur die Portion, die du bald essen möchtest, etwas vor dem Servieren aus dem Kühlschrank. Wie lange sinnvoll ist, hängt von Sorte, Stückgröße und Raumtemperatur ab. Empfindliche Käse nicht stundenlang warm stehen lassen; Lagerhinweise haben Vorrang. Den Rest gekühlt aufbewahren.
Unsere Nachbarn
Süßes und Feinsaures gehören bei STAUD’S zusammen. Die Wurzeln des Hauses reichen bis zu einem Obst- und Gemüsehandel am Brunnenmarkt im Jahr 1883 zurück. Heute findest du im STAUD’S Pavillon das süße und feinsaure Sortiment sowie weitere Delikatessen. Für uns ist der Pavillon auch der beste Treffpunkt: Davor stehen kaes.at und Kasses samstags gemeinsam. Zum Käse passen je nach Sorte etwas Fruchtiges oder knackige eingelegte Begleiter.
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